Mein Körper – ein Kunstwerk im Prozess
Da war sie wieder die Frage: „Warum unterrichtest du eigentlich immer noch Antara?“
Aktuell liegt meine Tätigkeit überwiegend darin, Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten - ich beschäftige mich mit Integrität, Selbstwahrnehmung und der Frage, wie wir wieder besser mit uns selbst in Verbindung kommen. Und trotzdem stehe ich auch Woche für Woche auf der Matte und unterrichte Antara. Vielleicht nicht trotzdem, sondern genau deshalb.
Ich benutze schon lange ein Bild, das für mich sehr selbstverständlich geworden ist: Mein Körper ist ein Kunstwerk im Prozess. Nicht fertig, nicht perfekt und auch kein Projekt, das irgendwann einmal abgeschlossen sein soll. Es ist ein Kunstwerk im lebendigen Prozess und ich gestalte mit.
Mit meiner Haltung, meinen Bewegungen und auch wenn ich trainiere, gestalte ich meine körperlichen Möglichkeiten. Ich erhalte Muskulatur, entwickle Stabilität, bewege Gelenke, fordere Koordination und übe mit Antara, meinen Körper auch unter Belastung präzise wahrzunehmen. Nicht nur, damit es mir irgendwann "im Alter einmal zugutekommt", sondern auch besonders für mein Heute, Hier und Jetzt. Damit ich mein Leben genießen kann - die Stunden im Wald gehen, irgendwo rauf und runter hüpfen, am Boden sitzen (so lange ich will) und wieder aufstehen, und, und, und.
Ich mag das Gefühl, mich selbstverständlich mit und in meinem Körper zu bewegen.
Eine große neue wissenschaftliche Auswertung (137 Studien mit rund 30.000 Teilnehmer) und Empfehlung des American College of Sports Medicine hat mich in einem Punkt besonders gefreut: Das "Training mit dem eigene Körpergewicht als Widerstand" ist völlig ausreichend. Entscheidend sind Regelmäßigkeit und eine Belastung, die die Muskulatur tatsächlich fordert. Die (Mindest-)Empfehlung für gesunde Erwachsene ist erfreulich machbar: alle großen Muskelgruppen mindestens zweimal pro Woche mit ausreichend Anstrengung trainieren.
Mein wichtigstes Trainingsgerät habe ich also immer dabei: meinen Körper.
Und genau deshalb kann Antara Classic auch echtes Krafttraining sein. Über Hebel, Positionen, Bewegungsumfang und anspruchsvollere Varianten kann das eigene Körpergewicht zu einem sehr herausfordernden Widerstand werden. Und hier kommt das hinzu, was ich mit Antara gelernt und seit so vielen Jahren genieße: die Qualität.
Im Training wie im Leben geht es nicht nur darum, ob, sondern auch, warum und wie ich eine Übung mache/einen nächsten Schritt gestalte. Kann ich unter Belastung meine Haltung stabilisieren? Kann ich Kraft entwickeln und trotzdem atmen? Spüre ich, wann ich ausweiche? Kann ich eine Bewegung präzise steuern? Merke ich den Unterschied zwischen notwendiger Spannung und unnötigem Festhalten?
Und überhaupt: wie fühlt sich das in meinem Körper an?
Damit trainiere ich für mich nicht nur Muskeln, ich trainiere Kraft, Stabilität, Selbstwahrnehmung und Wohlbefinden - ich möchte das nicht missen!
Und dann, genau dann spüre ich die Verbindung zu meiner körperzentrierten Begleitung. Auch dort beginnt alles mit der Fähigkeit, wahrnehmen zu können, was gerade tatsächlich los ist, eigene Gestaltungsmöglichkeiten zu wählen und daraus zunehmend selbstbestimmt und integer handeln zu können. Für mich beginnt diese Fähigkeit nicht erst im Kopf, sie beginnt im Körper. Ich weiß, dass sich ein gutes Körpergefühl direkt auf mein Wohlbefinden auswirkt und dass Glück und Freude nicht erst im Denken wohnen.
Ich sehe mich selbst, mein Leben und meinen Körper nicht als etwas Fertiges, das möglichst lange funktionieren soll. Und auch nicht als Projekt, das ständig verbessert werden muss, sondern als Kunstwerk im Prozess. Ein Kunstwerk, das ich lebe, liebe, bewohne, benutze, wahrnehme, mit dem ich spielen kann und Freude erlebe, das ich fordere und genieße – und an dessen Gestaltung ich täglich beteiligt bin.