Spieglein, Spieglein…

Glück liegt nicht darin etwas zu werden, was ich nicht bin. Glück finde ich dort, wo ich mir selbst näher komme.

Auch ich erlebe und kenne ein paar Sterne des Selbstoptimierungs-Universums. Über viele Jahre habe ich Menschen in Bewegung begleitet und mit Körperhaltung, Stabilität und Gesundheit gearbeitet. Ich liebe diese Arbeit bis heute und tauche auch immer noch neugierig ein. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie schnell ausgerechnet Gesundheit zu einem strengen Disziplin-Projekt werden kann. Der Blick wandert in den Spiegel, zur nächsten Leistungsstufe, zum vermeintlich besseren Körper oder zur perfekteren Ausführung. Irgendwann wird der Körper nur noch benutzt und bewertet, anstatt belebt zu werden.

In meiner Zeit des Anhaltens habe ich für ein paar Wochen alle Pläne pausiert. Keinerlei Morgenroutine, keine Rituale mehr, kein ständiges "Ich müsste eigentlich …". (Mehr dazu hier lesen)

Selbstverständlich habe ich mich gut versorgt, ich hörte eben nur deutlich mehr nach innen. Wann habe ich wirklich Hunger, wann will ich mich bewegen, wann will ich hinaus oder wann lieber zuhause bleiben. Schicht für Schicht beobachten und eine Art “darunter-fühlen” geübt. Dabei wurde klar, dass es sich um mehrere Schichten handeln muss, denn jede Wiederholung ließ eine neue andere Qualität der Wahrnehmung auftauchen. Ein interessanter Selbstversuch, der mehr auslöste, als jedes neue Konzept es hätte tun können.

Jedes bewusste Präsenzen bringt mich ein Stück näher.

Diese Idee zeigt sich seit einiger Zeit immer klarer als Basis meiner gesamten Arbeit. Auch bei Antara geht es mir längst nicht mehr darum, die Bewegungen oder den Körper zu perfektionieren. Ich genieße es inzwischen extrem, ohne Spiegel zu arbeiten, weil Antara über die Qualität der Bewegungsübungen hinaus noch etwas viel Wertvolleres unterstützt: die Fähigkeit zur Interozeption - die Wahrnehmung dessen, was in meinem Körper gerade geschieht. Ich übe, mich mehr und mehr von innen nach außen zu erleben und zu beobachten, anstatt mich mit dem Blick von außen zu beurteilen. Der Spiegel und sein Bild verliert damit mehr und mehr an Bedeutung. Meine Fähigkeit, von innen wahrzunehmen wird zu einem sanften Maßstab - denn nur was ich spüre kann ich verstehen, gesund aus-leben und bewegen.

Dieses Thema wiederholt sich momentan in meinen Blogs und das nicht, weil mir sonst nichts mehr einfällt, sondern weil in den Feedbacks (an der Stelle echten Herzensdank - ich freue mich so über eure Reaktionen 😉) regelmäßig die Frage nach dem WIE auftaucht? Hier die Anleitung, die ich während meiner Zeit des Anhaltens geschrieben habe:

anhalten.
schicht
für schicht.
sehen
was bleibt.

Dazu gibt’s unendlich viele Quellen und Infos in Büchern, Social Medias, Podcasts, und, und, und. Ich selbst habe dazu wunderbare Lehrer getroffen und viel gefragt, diskutiert, gehadert, manchmal bestritten und doch nochmal gefragt. Ich verbringe immer noch viel Zeit damit. Tatsächlich spüren gelernt habe ich es letztlich durchs TUN. Wichtig: Präsenz ist kein Zustand, der anhaltend bleibt wenn er einmal gefunden scheint. Es ist etwas, das ich immer wieder wählen kann - etwas, das ich tue, ein Tun-Wort (Verb) also: präsenzen.

Antara ist nur eines meiner Beispiele dafür. Präsenzen ist im Grunde mit fast allen Bewegungstrainings möglich, mit vielen Tätigkeiten, der Atmung, und oft in selbstverständlichen Situationen des Alltags. Wie z. B. in meinem Wald - schon gelesen?

Ich habe auch eine schöne Frage für dich dazu gefunden: Was tust du, wenn du tust, was du tust? Ich bin gespannt…

Schreib mir deine Antworten darauf oder komm einfach zum Antara-Kurs um mir davon zu erzählen!

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Meine häufigste Lüge