…ich war dann mal anhalten.
"Andere würden vielleicht von Innehalten sprechen oder es Retreat nennen. Für mich war es Anhalten - Anhalten ohne zu stoppen." Das war mein Satz, als ich zurück war aus meiner zweimonatigen Auszeit.
Schon zwei Wochen vor meiner Abreise musste ich meine Kurse abbrechen. In meinem linken Unterschenkel waren schmerzhafte Probleme entstanden, die sich immer weiter verschlimmerten. Ein paar Tage lang konnte ich kaum gehen.
In diesen zwei Wochen vor der Abreise hatte ich mehr Arzt- und Therapeutentermine als in den zwei Jahren davor. Ich wollte unbedingt fahren. Ich wollte meine Auszeit in Andalusien wie geplant antreten — und tat alles dafür. Es war eine Punktlandung: Am Donnerstag kam das OK vom Orthopäden. Am Samstag saß ich im Auto.
Was ich dachte, was ich dort tun würde. Im Gepäck hatte ich Bücher, Notizen, Spanisch-Unterlagen, Morgenroutinen, Ideen — und, wenn ich ehrlich bin, auch einen ziemlich vollen Plan, wie ich diese Zeit „gut nutzen“ würde.
Was tatsächlich war. Wirklich durchgängig und liebevoll klappte, war das Trainingsprogramm für mein Bein 👍 mit nachhaltiger Wirkung! Alles andere wurde nach und nach zu einer Art Projekt. Wenn ich schon so lange weg bin, muss doch auch etwas dabei herauskommen. Aus der Auszeit wurde Pflicht und die Pflicht (ver-)brauchte immer mehr Willenskraft.
Was mein Körper mir zeigte. Ich wurde müde. Nach ein paar Tagen - ich hatte schon Erfogsnotizen gemacht - überfiel mich eine massive Müdigkeit und ich fiel in diesen besonderen Mittagsschlaf. Es war so ein Mittagsschlaf, der gar nicht mehr aufhören wollte. Als ich glücklich erholt in der wunderbarsten Hängematte meine Augen wieder aufschlug, war klar: Disziplin ohne Liebe macht rigide und in meinem Fall auch müde.
An diesem Punkt beschloss ich anzuhalten. Kein inneres Programm mehr, das ich jetzt auch noch „gut“ absolvieren musste.
Kein Konzept von Rückzug, das durchgearbeitet werden muss. Nicht weiter von außen planen und dann schauen, was das bewirkt, sondern andersherum: schauen, was entsteht, wenn auftauchen darf, was gerade wirklich dran ist. Und dafür gab es im Grunde nur eine Aufgabe: präsent sein. Oder, wie ich’s nenne: präsenzen.Denn Präsenz ist nichts, was man einmal findet und dann beibehält. Es ist eher ein immer wieder Finden, ein Erinnern, ein Spüren. Also für mich auf jeden Fall ein Verb.
Und da begann meine Reise wirklich. In dem Moment, in dem ich aufhörte, sogar aus der Auszeit ein Projekt zu machen.
Seitdem beobachte ich weiter, was sich verändert, wenn es darum geht, was jetzt gerade wirklich da ist. Ich glaube, genau an diesem Punkt beginnt für mich Präsenz.
Wenn du auch Erfahrungen und Impulse dazu hast - schicke gerne eine Email an mich 🩵